Cochlea-Implantate bei starker Schwerhörigkeit oder Taubheit
Betreuung, Beratung und Nachsorge für CI-Träger – kompetent und persönlich bei Hörakustik Collofong & Speckert in Neustadt a. d. W.
Wenn Hörgeräte nicht ausreichen
Cochlea-Implantate übernehmen bei starker Schwerhörigkeit oder Taubheit die Funktion des beschädigten Innenohres und ermöglichen, wieder Sprache zu hören und am Leben teilzunehmen. Ein CI besteht aus einem Soundprozessor hinter dem Ohr oder direkt am Kopf und einem Implantat unter der Kopfhaut mit einer Elektrode zum Hörnerv.
In unseren häufigen Fragen finden Sie umfassende Informationen rund um Cochlea-Implantate – von der Funktionsweise über den Ablauf bis hin zu Kosten und Alltag mit CI.
Was wir für CI-Träger leisten
Nachsorge & Einweisung
Nach der Implantation erklären wir Ihnen den Sprachprozessor ausführlich: Bedienung, Lademöglichkeiten, Zubehör und Pflege. Wir lassen Sie nicht allein mit dem neuen Gerät.
Sprachprozessor-Anpassung
Die Anpassung eines CI-Sprachprozessors ist komplex und erfordert Erfahrung. Wir nehmen uns ausreichend Zeit für Ihre Einstellung und arbeiten eng mit den Implant-Zentren zusammen.
Zubehör & Ersatzteile
Akkus oder Batterien, Mikrofonschutz, Spulen, Trockenbehälter – wir versorgen Sie mit gängigen CI-Zubehörteilen und helfen bei der Beschaffung von Spezialkomponenten.
Langfristige Betreuung
Hörgewohnheiten verändern sich, Technik entwickelt sich weiter. Wir begleiten Sie dauerhaft, überprüfen Einstellungen regelmäßig und informieren Sie über relevante Updates.
Häufige Fragen zum Cochlea-Implantat
Ein Cochlea-Implantat (CI) ist ein implantierbares Hörsystem. Es besteht aus einem Soundprozessor, der hinter dem Ohr oder direkt am Kopf getragen wird, und einem Implantat, das unter der Kopfhaut sitzt und eine Elektrode zum Hörnerv führt.
Der Soundprozessor erfasst Töne und wandelt sie in elektrische Signale um. Diese werden induktiv durch die Kopfhaut an das Implantat übertragen, das die Signale zur Elektrode am Hörnerv leitet. Das Gehirn gewöhnt sich mit der Zeit an den veränderten Klang.
Ein CI kommt infrage, wenn trotz optimaler Hörgeräteversorgung weniger als 60 % Wortverständnis erreicht werden. Ebenso nach einem Hörsturz oder einer Ertaubung sowie bei gehörlosen Neugeborenen.
Sie können sich an verschiedenen Stellen informieren:
- Persönlich bei uns im Fachgeschäft
- Auf den Seiten der CI-Hersteller: Cochlear, Advanced Bionics, MED-EL
- Bei CI-Selbsthilfegruppen
- Bei der Deutschen Cochlea Implantat Gesellschaft (DCIG)
Das Alter spielt eine untergeordnete Rolle. Wichtiger sind die Narkosefähigkeit und der aktive Einsatz des Patienten. Cochlea-Implantate wurden bereits bei Kindern ab 4 Monaten eingesetzt – die älteste implantierte Person war 92 Jahre alt.
Grundsätzlich übernimmt Ihre Krankenkasse die Kosten für die Operation, den Prozessor und eine anschließende Reha. Dafür wird zunächst von der betreuenden Klinik ein Bericht mit Kostenvoranschlag bei der Krankenkasse eingereicht. In der Regel werden folgende Unterlagen dafür benötigt:
- Anpassbericht des Akustikers
- Bericht des HNO-Arztes
- Bericht des klinischen Audiologen
- Bericht eines Psychologen oder Logopäden
Nach einem positiven Bescheid der Krankenkasse kann es dann weitergehen.
Der Weg zum Cochlea-Implantat umfasst vier Schritte:
- Audiologische Abklärung
- Medizinische Indikation
- Antrag auf Kostenübernahme
- Persönliche Patientenentscheidung
Für die Voruntersuchung benötigen Sie eine Überweisung vom HNO-Arzt (seit 2021 nicht mehr vom Hausarzt möglich). In der Klinik werden verschiedene Tests durchgeführt:
- Hörtest
- Hörnervprüfung
- CT und/oder MRT
- Gespräche mit Psychologen und Logopäden
- Gespräch mit dem implantierenden Arzt
Nicht zwingend. Manche Kliniken bieten auch eine lokale Anästhesie an. Welche Form der Betäubung infrage kommt, entscheidet der Arzt individuell mit dem Patienten.
Nach der Operation werden die Fäden nach etwa 10 Tagen entfernt. Die Aktivierung des Implantats erfolgt in einer Reha-Klinik oder ambulant. Dabei werden die Einstellungen vorgenommen, die Bedienung erklärt und der Soundprozessor regelmäßig optimiert.
Hier beginnt die Nachsorge. Diese kann mit einem Besuch in einer spezialisierten Reha-Klinik verbunden sein, sowie mit einem Besuch bei Ihrem Hörakustiker. Wir beraten und begleiten Sie rund ums Thema Pflege und Zubehör und können hilfreiche Tipps zur Handhabung geben. Falls sinnvoll, bieten wir auch ein Hörtraining an, um die Nachsorge perfekt zu unterstützen.
Haben Sie ein Hörsystem auf der anderen Ohrseite? Dann beraten wir Sie, welches Hörsystem zu Ihrem Cochlea-Implantat passt und bieten Ihnen ein kostenfreies Probetragen an.
Eine jährliche Kontrolle in der Klinik wird empfohlen. Die Einstellung des Soundprozessors kann jedoch, nach dem ersten Jahr, auch beim CI-Akustiker vor Ort vorgenommen werden.
Bei einem Defekt des Soundprozessors oder der Zubehörteile erhalten Sie bei uns vor Ort einen Ersatz (Leihweise). Anschließend bestellen wir das entsprechende Teil für Sie direkt beim Hersteller.
Mit einem CI sind viele Aktivitäten möglich, darunter Schwimmen, Motorradfahren und sogar Fallschirmspringen.
Einige Einschränkungen sollten beachtet werden:
- Kampfsportarten mit Risiko von Kopfverletzungen
- Zu tiefes Schwimmen/Tauchen
- MRT-Untersuchungen ohne vorherige Rücksprache mit dem Arzt
- Durchgehen durch Flughafenscanner ohne Hinweis auf das Implantat
Diese Frage lässt sich am besten anhand eines vergleichenden Beispiels beantworten: Nach einer Hüft- oder Knieoperation gehen die Patienten im Anschluss in die Reha. Bei einigen reicht die Reha schon aus, um wieder gut und sicher laufen zu können. Einige benötigen im Anschluss noch Physiotherapie und manche benötigen zusätzliche Hilfe in Form eines Rollators oder Gehstocks.
Bei Cochlea-Implantaten verhält es sich sehr ähnlich. Manche Patienten sind nach der Reha so gut eingestellt und der Hörnerv bzw. das Gehirn schon so fit, dass keine weiteren Maßnahmen zwingend benötigt werden. Bei anderen benötigt es Termine beim Logopäden und/oder ein Hörtraining. Manchmal ist auch das nicht ausreichend, sodass dann zusätzliches Zubehör wie Ansteckmikrofone oder Ähnliches benötigt werden.
Alle Situationen haben allerdings eines gemeinsam: Der Soundprozessor muss, genau wie ein Hörsystem auch, möglichst oft und dauerhaft getragen werden. Je mehr Stunden Tragezeit zusammenkommen, desto mehr Übung erhalten alle Komponenten und das Zusammenspiel klappt dadurch besser. Wir beraten Sie gerne zu Hörtraining und Zubehör im Fachgeschäft.
Für CI-Systeme ist umfangreiches Zubehör erhältlich:
- Fernbedienung und Smartphone-App
- TV-Streamer für direkten Fernsehton
- Externe Mikrofone
- Smartphone-Anbindung
- Wasserdichte Hüllen
Der Soundprozessor (der externe Teil) hält in der Regel etwa 6 Jahre. Das eigentliche Implantat unter der Haut ist auf eine Lebensdauer von rund 30 Jahren ausgelegt.
Wenn ein CI nicht infrage kommt, gibt es alternative Möglichkeiten:
- ABI (Auditory Brainstem Implant / Hirnstammimplantat)
- CROS-Versorgung (Übertragung von der tauben auf die hörende Seite)
- Gebärdensprache
Fragen zu Ihrem Cochlea-Implantat?
Sprechen Sie uns an. Wir nehmen uns Zeit für Ihre individuelle Situation.